Ebro Matarranya
Oktober 2023 bedeutete wieder Matarranya-Zeit. Eine Woche voller Staub auf der Zufahrtsstraße, Laubensuppe im ganzen Stausee und einer Crew, die lieber Geschichten schreibt als sie nur zu erzählen. Hier die knackige Zusammenfassung unserer Spanien-Runde – im exakt selben Flow wie unsere restlichen Predator-Fishing-Tripberichte.
Anreise
Wir haben das Welscamp am Matarranya zwischen 13. und 20. Oktober bezogen. Die Hälfte der Crew flog entspannt nach Barcelona, schnappte sich dort den Mietwagen und rollte in knapp zweieinhalb Stunden ins Camp. Der Rest legte die 1.600 Kilometer im Kombi zurück und hatte damit sämtliches Tackle fix untergebracht. Ergebnis: keine Diskussion über Übergepäck, jede Box dort, wo sie hingehört, und wir standen trotzdem alle nahezu gleichzeitig am Steg.
Camp
Weiterhin eine Glanzleistung. Saubere Apartments, ordentliche Küchenzeile, gute Matratzen und Betreiber, die auch nach Mitternacht noch auftauchen, wenn du frisches Eis oder ein Bier brauchst. Die Mahlzeiten sind simpel, aber ehrlich gekocht – genau der Teller, den man nach zehn Stunden Sonne und Wellen leer räumt. Dazu kurzer Fußweg zum Slip und genug Platz, um Ruten senkrecht zu lagern.
Boote
Die Flotte stand jeden Morgen frisch betankt bereit. Akku-Handylader an Bord, Echolote auf dem neuesten Stand und der Tankwart vom Camp checkte zweimal täglich die Ölstände. Ohne Donaupatent mussten wir mit gedrosselter Motorisierung leben – Komfortverlust auf langen Schlägen Richtung Damm, aber kein Drama: Das Team hat uns mit Spotvorschlägen und Wegpunkten versorgt, damit wir nicht sinnlos Anlauf nehmen.
Angeln
Der Oktober fühlte sich heuer wie Spätsommer an. 23 Grad Luft, warmes Wasser und Lauben ohne Ende. Die Räuber hatten also Buffet satt und waren entsprechend selektiv. Trotzdem haben wir quer über die Woche jeden Zielfisch auf die Liste gesetzt:
- Barsch: Die klassischen Barschberge direkt vor dem Staudamm liefen, sobald leichter Wind stand. Leicht bebleite Rigs, Lauben-Dekore und viel Geduld – wer zu schwer angelte, hing sofort im Geröll.
- Zander: Geflutete Dörfer waren der Schlüssel. Wir sind sie im Schneckentempo abgeklopft, Jigköpfe max. 10 g, damit die Köder nicht in den Mauern hängen. Die besseren Bisse kamen in der späten Dämmerung.
- Wels: Kam erst gegen Ende, als das Oberflächenwasser minimal abkühlte. Ein sauber platzierter Köder im Schattenband reichte und der Fisch stand im Kescher.
Unterm Strich: Kein Massenfang, aber jede Session hatte ihr Highlight – vom soliden Zander gleich am ersten Tag bis zur dicken Wels-Überraschung am Abreisetag.
Equipment
Wir sind bewusst „light & tight“ unterwegs gewesen. Spinning-Ruten mit sensiblen Blanks, 0,10er Geflecht, Fluoro-Vorfächer und Gummis, die einer Laube wirklich ähnlich sehen. Jigköpfe nur so schwer wie unbedingt nötig. Für die kurzen Wels-Fenster lagen zwei kräftige Combos samt schwereren Bleien parat, ansonsten blieb alles filigran – die Hängerquote sinkt sofort, wenn der Köder schweben darf.
Resümee & Learnings
- Warmwasser + Laubenschwärme = verwöhnte Räuber. Nächstes Mal legen wir den Trip zwei bis drei Wochen später und hoffen auf mehr Thermik im Wasser.
- Ohne Donaupatent verlängern sich die Wege. Wer das nicht mag, sollte direkt einen Guide mit vollem PS-Paket buchen – spart Laufzeit und Nerven.
- Das Camp bleibt eine klare Empfehlung. Boote, Essen, Betreiber, Support: 10/10 und damit die perfekte Basis, wenn man sich komplett aufs Fischen konzentrieren will.
Fotos folgen direkt im Beitrag, sobald die finale Auswahl aus dem Ordner „Ebro 2023“ steht.























